Die thermische Bauteilaktivierung ist trotz des hohen Potenzials in der Wohnungsbranche in der Schweiz noch nicht sehr verbreitet. Experten aus der Baubranche zeigten im Rahmen der Swissbau am 18. Januar 2018 auf, wie sich Beton effizient als Wärmespeicher und -leiter nutzen lässt.

Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt. Er ist widerstandsfähig, langlebig und flexibel. Eine weitere Qualität ist sein hohes Potenzial als Wärmespeicher und -leiter. Seine grosse Masse von 2'400 kg pro Kubikmeter macht Bauteile aus Beton zu hocheffizienten Heizkörpern. Sie speichern Wärme hervorragend und lassen sich mit eingelegten Rohrleitungen ideal zur Wärmeverteilung nutzen. Die Strahlungswärme, die beheizte Betonwände abgeben, gilt als besonders behaglich. Die Speichermasse des Baustoffs lässt sich aber auch für die Kühlung von Räumlichkeiten nutzen. Grossflächige Bauteile aus Beton kühlen nachts durch Lüftung ab und entziehen dann tagsüber einem Raum überflüssige Wärme.

 

Der Energieaufwand, der zum Kühlen und Heizen von Bauteilen aus Beton benötigt wird, ist gering. Die Flüssigkeit im Rohrsystem muss nur ein paar Grad über oder unter der angestrebten Raumtemperatur liegen, um in einem gut gedämmten, massiven Bauwerk die gewünschte Wirkung zu entfalte. Thermische Bauteilaktivierung lässt sich zudem perfekt mit Anlagen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie kombinieren, also mit Sonnen- du Windenergie oder Erdwärme.

 

Das macht das Heizen und Kühlen mit Beton in jeder Hinsicht nachhaltig.


Programm «Komfort mit smartem Beton»

Die Betonbauweise als passives Element der Gebäudetechnik substituiert gegenüber weniger massiven Bauten hohe Leistungsspitzen und somit Investitionskosten für die Wärme- und Kälteversorgung. Geschickt kombiniert kann der Komfort in Gebäuden technisch deutlich weniger aufwändig generiert werden und erlaubt auch eine für den Menschen natürliche Adaption stark schwankender Aussenbedingungen. Die Volatilität des Aussenklimas wird nicht nur kompensiert, sondern kann mit geschickter Integration zur thermischen Speicherung über den Tagesoder Mehrtageszyklus auch einen markanten Beitrag zur Energieeffizienz und architektonischen Ästhetik leisten. Smarter Komfort dank intelligenten Synergien zwischen Beton und Gebäudetechnik soll beispielhaft aufgezeigt und kontrovers diskutiert werden. Durch das Programm führt Urs-Peter Menti, Professor an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.

Die Präsentationen der Referenten können Sie jeweils als PDF herunterladen.

Prof. Urs-Peter Menti, Hochschule Luzern – Technik & Architektur


Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE
Instituts- und Forschungsleitung

Moderation

Prof. Adrian Altenburger, Hochschule Luzern – Technik & Architektur


Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE / Instituts- und Studiengangleitung

Impulsvortrag: Beton generiert LowTec

Prof. Andrea Deplazes, dipl. Arch. ETH / BSA/ SIA, Bearth & Deplazes, Chur


Professor für Architektur und Konstruktion, ETH Zürich

Impulsvortrag: Hauptsitz ÖKK in Landquart

DI DI Dr. techn. Simon Handler, ALLPLAN GmbH, Wien


Impulsvortrag:
Die Bauteilaktivierung im Haus der Zukunft

Hauptsitz ÖKK, Bearth & Deplazes Architekten



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