Die Liste an Beispielen für innovative Wege, Beton als Material einzusetzen, scheint endlos. Das Thema „Heizen und Kühlen mit Beton“ ist dabei eines, das die gesamte Baubranche beschäftigt

Dabei geht es um die sogenannte Thermische Bauteilaktivierung, bei der Gebäudemassen – also Betonteile – für die Temperaturregulierung von Gebäuden genutzt werden. Wasser oder ein anderes Kühl- oder Heizmedium wird dafür durch dünne Rohre in Betondecken und -wänden geleitet. Beton nimmt so tagsüber Wärme und nachts Kälte auf, und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Bauteile erhalten somit eine Zusatzfunktion als Temperaturspeicher. Im Zusammenspiel mit Geothermie oder Solarenergie können thermisch genutzte Betonteile einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden leisten.

Untenstehender Baublatt-Beitrag vom 24. Januar 2020 nimmt sich dem Thema der thermischen Bauteilaktivierung an und hält fest, dass diese Methode, Räume zu heizen und zu kühlen eine weitgehend verlustfreie Energieübertragung mit maximalen Austauschraten bedeutet. Sie sei entsprechend umweltfreundlich und mittlerweile häufiger Bestandteil der modernen Architektur, vor allem bei Büro- und Verwaltungsgebäuden. Im Wohnungsbau käme sie allmählich zum Einsatz. Experten schätzen aber, dass sich die Bauteilaktivierung zur Temperierung in Neubauten, die der Energieeffizienzverordnung (EnEV) entsprechen müssen, langfristig durchsetzen wird.

Der graue Energiespeicher (Baublatt, 24. Januar 2020)

  • Die Rohre für die Bauteilaktivierung wurden vorab in die Betonelemente verlegt, womit man bei der konstruktiv nötigen Geschosshöhe 30 Zentimeter gegenüber konventionellen Bauweisen gespart hat. Bild: Bearth & Deplazes / Ralph Feiner

  • Der ÖKK-Hauptsitz in Landquart funktioniert nach dem LowEx-Prinzip: Tabs ermöglichen eine sparsame Heizung und Kühlung der Büros, indem die Speicherfähigkeit der Betonmasse genutzt wird. Bild: Bearth & Deplazes / Ralph Feiner

  • Jede Wärmequelle nutzen: Die warme Abluft wird mechanisch durch Lüftungsanlagen über das Atrium auf dem Dach angesaugt und nach der Wärmerückgewinnung als Fortluft ins Freie gegeben.

Villa Sandmeier, Lacroix Chessex Architectes, Genf

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