Leon und die Betonlampe

      Leon war hartnäckig: Er bestand auf Beton. Nicht Holz, nicht Textil oder Karton wollte Leon für seine Arbeit verwenden – sondern den Baustoff, der weltweit am häufigsten bei Bauprojekten zum Einsatz kommt. Und er hatte die freie Materialwahl beim Schulprojekt in der Primarschule in Römerswil im Kanton Luzern: Was sollte seine Lehrerin da machen?

      Das kennen wohl die meisten von uns aus der eigenen Schulzeit: Bei einem Schulprojekt haben Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, ein Objekt aus einem Material eigener Wahl anzufertigen. Ob Holz, Pappe oder Altkleider – zumeist wird dann aus verschiedenen Stoffen etwas gebastelt. Als Leon seinen Wunsch äußerte, eine Lampe aus Beton herzustellen, wusste seine Lehrerin: Das wird für beide eine echte Herausforderung.

      Zusammen mit seiner Lehrerin schaute sich der Primarschüler Rezepturen im Internet an – und entdeckte dabei, wie vielseitig der Baustoff sein kann. Zunächst baute Leon für die Form eine Schalung aus Holz. Anschliessend ging es ans Giessen des Betons. Erste Versuche, die Lampe aus der Schalung zu nehmen, waren erfolglos: Die gewählte Mischung zerfiel. Aber Leon und seine Lehrerin blieben dran – jetzt war der Pioniergeist angefacht. Also ging es weiter mit dem Ausprobieren von Rezepturen.

      Projekt machte die Runde

      Das Projekt mit seiner Herausforderung sprach sich schnell herum, und schliesslich erfuhr Patrick Suppiger davon, Geschäftsführer von BETONSUISSE. Der meldete sich spontan bei der Klasse: «Ich war fasziniert, als ich von dieser Idee erfahren habe», sagt er. Er habe unbedingt Leon unterstützen und ihn mit Experten für Beton zusammenbringen wollen. «Wir haben Leon und seine Klasse kurzerhand ins Baustofflabor der KIBAG in Wollishofen eingeladen», so Patrick Suppiger. Geplant war, dass dort vor allem der Primarschüler und seine Lehrerin mit Profitipps versorgt werden, um die perfekte Betonlampe zu bauen.

      Doch es kam anders: Kurz vor dem Besuch gelang es Leon und seiner Lehrerin, die Betonlampe fertigzustellen. «Ich war glücklich, dass sie es geschafft haben und die Lampe nun gehalten hat», sagtPatrick Suppiger:«Entstanden ist eine Betonlampe in einer grossartigen Kombination mit Holz und einer LED-Schiene.» Mit diesem Verbund nutzte Leon den enormen Vorteil, dass Holz und Beton sehr gut kombiniert werden können: Auch im Hochbau sind Hybridbauten heute immer wichtiger, hauptsächlich um Ressourcen zu schonen. Dass dabei architektonisch schöne Gebäude entstehen, ist ein willkommener Nebeneffekt.

      Unvergessliches Erlebnis: Schulereise nach Wollishofen

      «Ich habe mit Leon gesprochen und er war überglücklich über den Erfolg», freut sich Patrick Suppiger. Auch wenn eine funktionierende Betonmischung für die Lampe gefunden worden war, blieb das Angebot des BETONSUISSE-Geschäftsführers bestehen, dass die ganze Schulklasse nach Wollishofen reisen darf. «Dieses Angebot haben sie angenommen und ich habe die Reise geplant».                     

                                                                                                                                                                                             

      Mit Bus und Zug ging es nach Wollishofen, wo die Schulklasse das Betonwerk und das Baustofflabor anschauen durfte. Als die Sprache auf die dreihundert verschiedenen Betonarten kam, die bei KIBAG erhältlich sind, war Leon durch seine Erfahrungen natürlich bereits im Vorteil. Das Highlight folgte zum Schluss: Da durfte jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Teelicht aus Beton giessen – und zwar mit blau eingefärbtem Beton. Auch der Betonmischer durfte besucht werden, zur Sicherheit mit Helm und Weste, was den Kindern ebenfalls grossen Spaß gemacht hat.

       

      Nach einem Sandwich zur Stärkung ging es dann wieder zurück nach Römerswil. «Eine gelungene Schulreise», stellte Patrick Suppiger am Ende fest: «Danke an Leon und seine Lehrerin für den Einsatz und die Hartnäckigkeit», fuhr er fort – «und ein besonderer Dank geht an die Verantwortlichen des Baustofflabors der KIBAG».

       

      Ein Erfahrungsbericht der Klasse ist unter folgendem Link nachzulesen: schule-roemerswil.ch/5.-6.-b.html


      *Name geändert

      Villa Sandmeier, Lacroix Chessex Architectes, Genf

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