Beton ist aus der heutigen Baupraxis nicht wegzudenken. Der Kunststein, gewonnen aus der Natur, ist ein prägendes Element der Schweizer Baukultur und verkörpert eine Tradition der Solidität, Sorgfalt und Präzision. Seine Formbarkeit fordert den Gestaltungswillen immer wieder aufs Neue heraus, seine überragende Festigkeit ermöglicht grosse Spannweiten und die Beschaffenheit seiner Oberfläche passt sich fast jedem Wunsch an. 

Nachhaltiges Bauen und eine Architektur für künftige Generationen kommen deshalb um Beton nicht herum. Im Sinne eines umfassenden Verständnisses von Nachhaltigkeit gilt es, den ganzen Stoffkreislauf und Lebenszyklus zu berücksichtigen: Dies beginnt bei der lokalen Gewinnung der Rohmaterialien in den über 300 Kiesabbaustandorten der Schweiz und geht weiter über die Produktion in den Werken, die kurzen Transportwege zur Baustelle, die ausserordentliche Langlebigkeit des Materials sowie die Flexibilität bei Umnutzungen und endet beim Rückbau und dem Recycling des Betons. Zeitgemässe Architektur setzt mit Beton die Kriterien der Nachhaltigkeit in Bezug auf Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit kompetent und kreativ um.

Ansichten und Einsichten

Neue Perspektiven zur Arbeit mit Beton

Mit Beton bauen heisst für die Zukunft bauen. Lokal produziert und verteilt, entspricht Beton den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Kriterien der Nachhaltigkeit. Allein bei der Lebensdauer ist Beton unschlagbar: 80 Jahre und länger stehen Betongebäude im Durchschnitt und benötigen während dieser langen Zeit nur wenig Unterhalt. Umnutzungen von Häusern lassen sich dank Gebäudestrukturen mit grossen Spannweiten flexibel realisieren. Und kommende Generationen werden die heute schon hoch entwickelte Recyclingtechnologie weiter optimieren.
 

Beton ist ein Naturbaustoff

Die Komponenten des Betons sind natürliche, in grossen Mengen in der Schweiz verfügbare Rohstoffe. Zement, Sand, Kies und Wasser sind die Grundstoffe des Betons und müssen nicht aus weit entfernten Ländern in die Schweiz geschafft werden. Das schont die Umwelt und spart nebenbei Transportkosten. In den Kiesabbaugebieten finden Pionierpflanzen günstige Bedingungen, um sich neu anzusiedeln. Im Lauf der Zeit folgen den Pflanzen die Tiere und es entstehen neue Lebensräume und artenreiche Biotope. Viele ehemalige Kiesgruben haben heute den Status eines Naturschutzgebietes.
 

Beton schont Ressourcen

Auch nach dem Rückbau bleibt Beton ein kostbares Gut – die Baureststoffe gehen nicht verloren. Rund 13 Millionen Tonnen Abbruchmaterial fallen Jahr für Jahr in der Schweiz an, etwa 80 bis 90% davon werden wiederverwertet. In den dafür geeigneten Werken wird das Material zerkleinert und als Beton- und Mischgranulat in einwandfreier Qualität wieder in den Baustoffkreislauf eingespeist. Recyclingbaustoffe decken bereits 13% des gesamten Gesteinskörnungsbedarfs in der Schweiz ab. Allein im Kanton Zürich wird der Anteil des Recyclingbetons auf bis zu 15% geschätzt.
 

Beton ist dauerhaft

Gebäude aus Beton trotzen den Elementen. Sie sind robust und fest, erdbebensicher, feuerresistent, witterungsbeständig, unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und widerstandsfähig auch gegen aggressive Chemikalien. Beton ist pflegeleicht und braucht nur wenig Unterhalt. Die höheren Anfangsinvestitionen rechnen sich schnell, vor allem wenn die Gebrauchstauglichkeit und das Umnutzungspotenzial mit einbezogen werden: Häuser aus Beton mit intelligent geplanten Tragstrukturen können über Generationen hinweg mehrmals umgebaut und neu genutzt werden. Diese Flexibilität in der Nutzung von Bauwerken ist ein wichtiges Nachhaltigkeitskriterium.
 

Beton ist ein lokales Produkt

An über 400 Standorten ist die Betonindustrie in der Schweiz vertreten. Die Rohstoffgewinnung und Produktion im eigenen Land vermeidet kostspielige Importe und hält die Transportwege kurz. So weit wie möglich erfolgt die Lieferung von Zement und Kies mit der Bahn. Beton ist zukunftsorientiert Zement und Beton werden noch ökologischer, müssen aber gleichzeitig auch die hohen Anforderungen an die Qualität und die Leistungsfähigkeit erfüllen können.

 

Beton ist effizient und zuverlässig

Rationell in einem Elementwerk hergestellte Fertigteile verkürzen die Bauzeit und damit die Kosten. Die Elemente werden unter industriellen Bedingungen bei jeder Witterung produziert, pünktlich auf die Baustelle geliefert und dort schnell und effizient montiert. Vor Ort entstehen dadurch weniger Lärm- und Staubemissionen. Vorfabrizierte Betonteile entsprechen höchsten Qualitätsstandards und werden laufend durch innovative Entwicklungen weiter verbessert. Die Vorfabrikation erhöht die Planungssicherheit massgeblich. Neue Betone, wie etwa selbstverdichtende Betone, werden bei Bauwerken mit anspruchsvoller Geometrie eingesetzt und sind besonders auch für Sichtbetonbauten mit hohen Ansprüchen geeignet.
 

Beton hilft Energie sparen

Die Masse und Dichte des Betons kann zur Regulierung der Innenraumtemperatur genutzt werden, indem Decken und Innenwände als passive, thermische Energiespeicher genutzt werden. Dieser Effekt wird mit der thermischen Bauteilaktivierung verstärkt: Einbetonierte Rohrleitungssysteme mit einer Trägerflüssigkeit nutzen ganze Bauteile wie etwa eine Geschossdecke als Übertragungs- und Speichermasse. Die Temperaturdifferenzen eines heissen Sommertages können so ebenso ausgeglichen werden wie die Unterschiede der Jahreszeiten. Das spart im Winter Kosten für die Heizung und im Sommer für die Kühlung. Und schafft zudem in Innenräumen ein hohes Mass an Behaglichkeit.
 

Beton lässt durchatmen

Nicht nur an der Fassade oder als Tragwerk ist Beton oft die richtige Wahl, sondern auch im Innenraum. Eine wachsende Zahl von Allergikern und Asthmatikern schätzt die positiven Auswirkungen des Betons auf das Innenraumklima. An den harten und glatten Oberflächen sammelt sich kein Staub an, der zu allergischen Reaktionen führen könnte. Ausserdem gibt Beton keine giftigen Gase und keine flüchtigen organischen Verbindungen ab.
 

Beton ist zukunftsorientiert

Beton bleibt nicht stehen, sondern entwickelt sich weiter – ganz besonders im ökologischen Bereich. Dabei stehen Energieeffizienz und Emissionsreduktion im Mittelpunkt der Aktivitäten. Ziel ist die Verkleinerung des ökologischen Fussabdrucks, bei dem eine CO2-Reduktion auf allen Stufen der Wertschöpfungskette angestrebt wird – von der Zementherstellung über die Nutzungsphase der Bauwerke bis hin zur Wiederverwertung. Die Entwicklung von neuen Zementen und Betonen berücksichtigt sowohl die Umweltverträglichkeit als auch die bautechnischen Anforderungen.

«Beton ist ein alter und traditionsreicher, aber immer noch moderner und innovativer Baustoff. Vor seiner Verarbeitung ist er weder hässlich noch schön. Erst der Mensch gibt ihm Form und Gestalt. Architekten und Ingenieure haben sich immer wieder von der Formbarkeit dieses Baustoffs inspirieren lassen. Entstanden sind daraus bedeutende und dauerhafte Bauwerke.»

Dr. Peter Lunk, Bauingenieur

Villa Sandmeier, Lacroix Chessex Architectes, Genf

Newsletter Anmeldung

Gerne informieren wir Sie mehrmals pro Jahr über aktuelle Anlässe, Publikationen und Wissenswertes rund um den Baustoff Beton.