Hinter der schlichten Fassade verbirgt sich eine der frühen Stahlbetonkonstruktionen der Schweiz. Deren Fortbestand ist bestes Beispiel für die Langlebigkeit und Robustheit von Betonbauten.

Umbau Silo Erlenmatt Basel

Architekten Harry Gugger Studio AG, Basel
Projektbeginn 2016

Realisation

2020

Bauleitung

Eitel & Partner GmbH, Basel
Ingenieure

Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel

Unternehmung Erne AG Bauunternehmung, Laufenburg
Bauherrschaft Stiftung Habitat, Basel

Seit 1912 steht das Silogebäude am östlichen Rand des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn in Basel. Nach dessen Stilllegung wurde in einem mehrstufigen Prozess ein Bebauungsplan für das nunmehr Erlenmatt genannte neue Stadtquartier erarbeitet. Zum Glück wurde das Lagerhaus, das heute einen Hostel- und Restaurantbetrieb mit Seminarräumen und Ateliers beherbergt, nicht abgebrochen: Hinter der schlichten Fassade verbirgt sich eine der frühen Stahlbetonkonstruktionen der Schweiz. Deren Fortbestand ist das beste Beispiel für die Langlebigkeit und Robustheit von Betonbauten. Die Transformation ist deshalb so gelungen, weil die neue Nutzung sozusagen chirurgisch in die historische Substanz eingepasst wurde. Alle Massnahmen sind im Grundriss auf die regelmässige Kammerung der ehemaligen einzelnen Silos abgestimmt, und im Schnitt entsprechen die Geschosshöhen den Vorgaben der Betonstruktur. Beeindruckend – und vorbildhaft für einen zukünftigen Umgang mit Beton – sind dessen unglaublich schlanke Dimensionen: Zuoberst sind die Silowände gerade einmal 6 Zentimeter dick. Wie bei einem archäologischen Erlebnispfad bewegt man sich auf den neu eingefügten Wegen durch das Gebäude und entdeckt dessen Geschichte, Patina und Konstruktionsweise hautnah. Dank der überaus sensiblen Eingriffe trägt das identitätsstiftende Silogebäude einen wichtigen Teil der Quartiergeschichte in die Zukunft.

Weitere Informationen

Objektgalerie Umbau Silo Erlenmatt, Basel
Laudatio Laudatio durch die Jurypräsidentin Elli Mosayebi
Webseite www.hgugger.ch
Webseite Silo Basel
  • Weil die Eingriffe behutsam und mit grossem Respekt vorgenommen wurden, kommen die Qualitäten der Originalsubstanz besonders gut zum Ausdruck. Symptomatisch für dieses Vorgehen sind die runden Fenster, die den Gebäudeausdruck seit dem Umbau prägen. Ihre Form verweist darauf, dass sie aus der Silostruktur herausgeschnitten wurden.

  • Beeindruckend – und vorbildhaft für einen zukünftigen Umgang mit Beton – sind dessen unglaublich schlanke Dimensionen: Zuoberst sind die Silowände gerade einmal 6 Zentimeter dick.

Villa Sandmeier, Lacroix Chessex Architectes, Genf

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